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Weihnachtsbrief  2018

Ich erlaube mir, etwas aus der Lehre von Platon zu erwähnen, dem griechischen Philosophen, der sich vielen Themen zugewandt hat. Er wird es, und so hoffe ich, erlauben, einige seiner herausragenden Thesen, Definitionen, Anschauungen und Prinzipien in ein einfaches Sprachgewand zu wandeln, sodass es leichter verstehbar sein kann. Es ist eine Interpretation bezüglich Platons Abhandlung über „Hamartia“ – die Verfehlung.

Verfehlungen guten Mutes anschauen: Es fehlt immer an Wissen

Verfehlungen sind ein Thema, mit dem sich, wie mir bekannt ist, viele Menschen beschäftigen. Und diese Interpretation, so hoffe ich, wird kein Beitrag zur allgemeinen Verwirrung zu diesem Thema darstellen, sondern eine Sichtweise, die man guten Mutes anschauen darf. Ebenso darf man sich im Rahmen der Freiheit und Notwendigkeit der Meinungsbildung einen weiteren Standpunkt zum Verstehen der Dinge leisten. Erschrecken Sie nicht über einige griechische Begriffe, sie dienen nur der korrekten Quellenangabe.
 
Die Verfehlung ist einfach der Akt, etwas anzustreben und es zu verfehlen. Das ist einfach. Bogenschießen zeigt klar, was eine Verfehlung ist: nämlich daneben zu schießen. 

Verfehlungen haben auch den Ursachenpunkt der Unwissenheit. Die „Hamartia“ (der Irrtum, Fehler), so Platon, steht im engen Verhältnis zu irren oder Irrtum. Unwissenheit ist deshalb so riskant, weil sie zu falschen Handlungen führt. 

Falsche Handlungen sind deshalb als falsch zu bezeichnen, weil sie das Vorhaben nicht zum Ziel bringen, sondern zum Verfehlen desselben führen, das ist eben die Verfehlung. Falsche Handlungen sind logischerweise das Resultat von Unwissen, und zur Folge haben wir falsche Ergebnisse. 

Somit ergibt sich der Schluss, dass richtiges Handeln (sei es das menschliche, das ethische, das gesellschaftliche Miteinander, der Umgang mit der Natur, einfach mit allem Leben) davon abhängig ist, wie sehr es Wissen dazu gibt. 

Nicht „Meinungen“, nein, sondern Wissen! Und Wissen ist das Resultat von Beobachtung. Und angewendetes Wissen führt zu Weisheit. Und dieses Wissen oder danach diese Weisheit führen zum richtigen Umgang mit dem Leben. Somit ist dies ein effektiver Weg, das Verhalten zu verbessern,  bei sich und anderen. 

Die Tugenden: Niemand handelt freiwillig schlecht 

Platon definiert die Tugend als das Wissen um das Gute und das Schlechte.
Die Weisheit („Sophia“) ist das Gute. Die Unwissenheit, die „Hamartia“, ist das Übel. 

Niemand handelt wissentlich, also freiwillig schlecht. Der Mensch handelt auf der Basis und in der Annahme des wahrhaft guten Willens. Er ist guten Willens. Daraus folgt, dass niemand freiwillig schlecht handelt. Deshalb macht das Schlechte unglücklich und das Gute glücklich. Aber unglücklich möchte niemand werden.

Wer Schlechtes tut, der tut es, weil er es subjektiv für richtig hält. Er würde es aber nicht tun, wenn er wüsste, dass es objektiv schlecht ist. Wenn er also nach dem Prinzip des guten Willens handelt, dann ist die schlechte Tat eigentlich eine, die er nicht tun will. 

Das Bewusstsein des subjektiven Ichs mag glücklich sein, weil es meint, subjektiv richtig zu handeln. Aber jeder Mensch verfügt auch über das Gemeinschafts-Ich, wie verschüttet es auch immer sein mag, bis hin zu völligem Nichtwissen darüber, dass es dieses Gemeinschafts-Ich gibt (Das Gemeinschafts-Ich, das Familien-Ich, das persönliche Ich-Ich usw. - all dies sind Potenziale, die in der eigenen Persönlichkeit zu finden sind. Es gibt des Weiteren Beobachtungen, dass das Nichtwahrnehmen des Gemeinschafts-Ichs mit Verfehlungen bezüglich Gemeinschaftsbelangen herrühren kann.

Das Gemeinschafts-Ich ist in dem Maße unglücklich, wie es objektiv unrichtig handelt. Warum? Weil die Summe der Lebensbereiche, die durch subjektiv richtiges und objektiv falsches Handeln addiert werden, und ihrer gesamten Betrachtung das Ausmaß an Glück und Unglück ausmacht  Also es ist die Summe aller Handlungen betreffend aller Bereiche der verschiedenen Ichs, die das Gefühl des Glücks oder Unglücks eines Menschen ergibt.Also zusammengefasst lässt sich sagen Je mehr Richtiges ich für mehr förderliche Lebensbereiche tue, desto glücklicher werde ich. 

Aus dieser Betrachtung ergibt sich: Der unglückliche Mensch ist mit großer Wahrscheinlichkeit nie einer, der zum objektiven Wohle beiträgt. 


Conclusio – Zusammenfassung der Kernaussagen 

In freier Interpretation von Platon ziehen wir folgende Schlussfolgerungen und fassen zusammen: 

Der unwissende Mensch handelt falsch. 
Er meint aber, subjektiv richtig zu handeln.
Hier ist das subjektive Ich am Werke. 

Je mehr Unwissen herrscht, desto mehr Verfehlungen gibt es, desto unglücklicher ist er. 

Je mehr Wissen und folglich Weisheit, desto weniger Verfehlungen, desto glücklicher ist er. 

Der Mensch tut um des guten Willens und meint stets, dass er dementsprechend handelt, weil er nicht im Unrecht sein möchte, und dies in jedem Falle. 

Der Maßstab, ob eine Handlung als richtig oder falsch einzuschätzen ist, leitet sich aus der Menge des objektiven Nutzens ab, der erzeugt wird.

Die Lösung und Anwendungsansätze

A: Bestrafen Sie niemanden für falsche Handlungen.
Er ist schon gestraft durch das damit verbundene Unglück.

B. Vermitteln Sie dem Fehlhandelnden immer das nötige Wissen. 
Er will es ja richtig machen. Geben Sie Wissen über Gemeinschaft, größere Zusammenhänge. Lassen Sie den Betroffenen sich beteiligen. Lassen Sie ihn mitmachen. Auch wenn's erst mal nicht so lustig ist, tun Sie es dennoch. Lassen Sie den Menschen beitragen, und das regelt sehr vieles. Lassen Sie ihn stolz und glücklich werden. 

C. Helfen Sie ihm, das Wissen zu verstehen.
Man braucht bei Menschen, die sich unglücklich fühlen, nicht immer sofort einen Therapeuten (bitte, liebe Therapeuten, verzeiht diesen Satz). Aber dem Menschen Wissen zu geben und die Anwendung zu zeigen ist der Weg, um Verfehlungen zu vermeiden und somit zum Glück des anderen beizutragen. 

D: Denken Sie daran: Die Verfehlung ist Ausdruck davon, dass etwas fehlte. Wenn Sie das nicht auffüllen, wird die Verfehlung sich nie ändern. Wie denn auch???

E. Glück entsteht durch das Erbringen des guten Nutzens für die Gemeinschaft. Da ist man ja selber sowieso dabei, oder? 

Nun, das kann jeder, nicht wahr? 

Anwendungsbeispiel 1: Kindererziehung 

Mit den Kindern: Erhöhen Sie das Bewusstsein für größere Zusammenhänge, und die Handlungen werden sich ändern. Die Verfehlungen lassen nach und das Unglücklichsein ebenfalls. Kindererziehung könnte sein: Ich zeige dir die Zusammenhänge auf und die dazu erwünschten nutzbringenden Handlungen. Das macht glücklich. Die Welt ist eben doch größer als ein Game Boy (huch, schon wieder mögliches Glatteis – die Game-Boy-Industrie möge es verschmerzen …). 

Anwendungsbeispiel 2: Ehe und Beziehung

Versteht ihr beide die ganzen Tätigkeiten, die der andere tut? Sein Bemühen und Kümmern um die objektive Richtigkeit? Oder ist es nur das subjektive Ich, das will, will, will? Tauscht mal die Rollen. Tut mal eine Woche den Job des anderen. Euer Drama reduziert sich erheblich. 

Anwendungsbeispiel 3: Firma mit Mitarbeitern

Der Mitarbeiter: Wo hat er Verfehlungen? Helft ihm, die Lücken zu füllen. „Ich habe keine Zeit dazu“ gilt nicht. Oftmals mangelt es an der Zeit, weil man bereits mit den Verfehlungen des anderen ausreichend beschäftigt ist – ohne Fehler sähe es anders aus, auch mit der Zeit. Zeitverlust kann die Folge von zu viel subjektivem Handeln und Verfehlungen betreffend dem objektiv Richtigen sein. Und mit zunehmendem Unglück sinkt die Moral. Die Einflussnahme auf die Umstände, die einen betreffen, sinkt ab. Die Folge: noch mehr Verfehlungen, also noch weniger Zeit … 

Anwendungsbeispiel 4: Gesellschaft 

Die Gesellschaft: Wir sind ein Miteinander. Lasst euch von der Idee „Jeder ist dein Konkurrent!“ nicht irre machen. Der andere ist nicht der Feind. Er ist einfach ein anderer, einer mit seiner eigenen Idee.  Prima, sie haben ja auch ihre Ideen und wollen sie leben. Gründet Gemeinschaften. 

Das gegenseitige Ergänzen ist nicht zu unterschätzen. Es geht nicht darum, den anderen noch mehr aus dem Rennen zu schmeißen, nein, es geht darum, als Gemeinschaft mit anderen Gemeinschaften noch mehr objektive Richtigkeit zu bewirken und das Ausmaß an Verfehlungen zu reduzieren. 

Einladung zur Besinnlichkeit

So. Jeder kann das Obige tun. Lasst uns vermehrt diese Richtung einschlagen. Wir von der SiTa Consulting bieten in unserer Akademie altes Wissen, neu interpretiert, eben für die Anwendung im Hier und Jetzt. Wir forschen regelmäßig in alten Schriften und erarbeiten es für unser aller Anwendung. Jeder von Ihnen kann sich sein eigenes Wissen ersinnen, wie er zu diesem Trend beitragen kann. 

Danke fürs Lesen dieser Zeilen. 


Weihnachten ist ein Fest der Besinnlichkeit. Eine Besinnung ist es, zu Sinnen zu kommen, die eigenen Sinne wahrzunehmen. Nehmen Sie sich dafür Zeit, die Sie eventuell gar nicht haben. Aber wenn unter Wasser der Sauerstoff knapp wird, dann muss man eben auftauchen, Luft holen, um die Möglichkeit, in welchen Glauben jemand auch immer stehen mag, die Sehnsucht nach dem richtigen Handeln neu zu entflammen. Die Sehnsucht nach dem Leben, welches uns große weise Lehrer zeigten oder es immer noch tun, zu leben; in einem stets größeren Glücklichsein, erreicht durch objektiv immer richtigeres Handeln. Wir dürfen uns auch verzeihen für alles, was nicht im besten Sinne für alle gelebt wurde, und vor allem auch für uns selber.Wenn alles geklappt hätte, wären wir überglücklich. Jeder weiß für sich, wo er da steht. 

Wir wünschen Ihnen allen, liebe Kunden, Partner, Freunde, Mitarbeiter, Helfer, Lehrende und Lernende, das Allerbeste, auf dieser Möglichkeit voranzugehen. Beachten und sortieren Sie Ihre Sinne bei der Besinnung im Rahmen eines wunderbaren Weihnachtsfestes. Und tragen Sie, wenn Sie das wollen, diese Gedanken mit sich ins Neue Jahr, das Ihnen das bringen soll, was Sie dort hineinsetzten. Was sonst sollte auf Sie warten, außer dem, was Sie dort hintun … 

Alles Gute für Sie alle und nochmal danke für alles Bisherige sowie das Kommende. 


Ihr SiTa-Team