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Fachbrief 
Die Reise von Egoisten zum Altruisten 


Wir gehen von der Annahme aus, dass der Mensch im Grunde altruistisch ist (altruistisch = durch Rücksicht auf andere getragenes Verhalten, also alle wesentlichen Bedürfnisse beachtendes Verhalten), also solidarisch beziehungsweise sozial ausgerichtet ist. Es lässt sich an genügend Beispielen ersehen, dass dies so ist, 

Zum Beispiel: Ein Mensch, der sich seiner altruistischen Ausrichtung bewusst ist, hat Freude, wenn die Gemeinschaft sich wohlfühlt, wenn die Gemeinschaft zum Wohl aller funktioniert. Er ist sich bewusst darüber, dass sein Beitrag eben auch der Gemeinschaft und dem Gemeinwohl dient. Er weiß das, dass dies so ist. Er ist kooperationsbereit, am Wohlergehen anderer interessiert. 

Der Egoist ist an seinem eigenen Vorteil interessiert (ich-bezogenes Handeln, Selbstsucht). Er folgt einer Handlungsweise, in der er allein die Handlungsmaxime bestimmt. Die Handlungen sind zum Vorteil des Handelnden, voll oder teilweise. 
Der Eigennutz steht vorne. 

Zur Herkunft des Begriffs: 
Ego  = Lateinisch „ich“
-ismus  = Die Nachsilbe stammt aus dem Griechischen:“auf eine bestimmte Weise handeln, vorgehen“ . Sie wird oft verwendet, um ein Glaubenssystem, eine Lehre, eine Ideologie, geistige Strömung oder Geisteshaltung zu bezeichnen. 
„-ismus“ kann auch eine abwertende Bedeutung haben wie in diesem Fall (Wikipedia).

Wir sehen also die Diskrepanz zwischen den beiden Haltungen beziehungsweise Einstellungen. 

Verbunden oder getrennt sein

Schauen wir uns das Thema unter einem weiteren Sichtwinkel an: 
„Verbundenheit und Getrenntsein“.

Um sozial beziehungsweise altruistisch zu sein, ist eine gewisse Verbundenheit existent. Eine Verbundenheit im Sinne von Wahrnehmung für den anderen, ein Spüren des anderen, was ja auch logisch ist: Wie kann ich mich um das Wohlergehen eines anderen kümmern, wenn ich ihn nicht wahrnehme oder mir seiner Existenz und seiner Bedürfnisse nicht bewusst bin, also nichts darüber weiß? 

Altruismus ist dem Menschen als Haltung sehr zu eigen. Und genauso ist es ihm zu eigen, für den anderen und mit dem anderen zu sein – und zu wirken. 

Das Abweichen von der altruistischen Haltung führt zu „Getrenntsein“. Wird dieses Abweichen vom Altruismus nicht korrigiert, verfestigt sich die abgetrennte Sicht, und nach einiger Zeit erwächst daraus der „Egoismus“: nur noch den eigenen Vorteil zu sehen und anzustreben. Der Nutzen soll nur noch für einen selber sein, und so richtet man dann das Leben aus. 

Und somit wurde der Altruist zum Egoisten.

Die Verbundenheit ist natürlich. Die Trennung nicht. Deshalb ist es nicht natürlich, ein Egoist zu sein.

Altruismus und Zuneigung 

Die Verbundenheit zum anderen Menschen (als Teil des Altruismus) erzeugt Zuneigung zum anderen oder zu etwas. Aber diesen anderen nicht miteinzubeziehen, führt nicht zu Nähe mit ihm. Außerdem verletze ich damit ständig das Prinzip von Immanuel Kant: den „Imperativ“, dass die eigene Handlung so gestaltet werden sollte, dass ich auch der Empfänger meiner eigenen Handlung sein wöllte. Also: Würde ich auf der anderen Seite sein wollen? Möchte ich das erhalten, so wie ich es gebe? 

Sehr interessante Art, das anzuschauen …. Ständig nicht den anderen Pol erleben zu wollen, das ist der sichere Weg in die Abtrennung. Im abgetrennten Zustand ist das Mögen schwierig … Je mehr Altruismus, desto mehr potenzielle und erlebbare Zuneigung … 

Egoismus und Gesellschaft 

Eine ausgeprägte Form des Egoismus ist die „Diktatur“. Sie funktioniert einfach 
nicht. Sie ist zu viel gegen den altruistischen Wunsch des Menschen. Keine Diktatur kann es schaffen. 

Egoismus und der Weg zur altruistischen Haltung 

Man bedenke, dass der Egoist sich immer mehr von anderen abgetrennt hat. Er identifiziert sich im Laufe der Zeit mit dieser egoistischen Sichtweise immer mehr,  und sie wird immer mehr und stärker sein Lebensmittelpunkt beziehungsweise der Mittelpunkt seines Handelns. Das geht bis zu dem Punkt, wo es nichts anderes mehr für ihn gibt. 

Wenn er nun – mit Hilfe von außen – beginnt, sich ändern zu wollen (was einiges an Aufwand bedeutet), dann ist der praktische Weg, dass er anfangt zu verstehen, wie Altruismus funktioniert, um sich dann im täglichen Tun zu bemühen, dies umzusetzen. Es gelingt eben so gut, wie es gelingt. Geduld ist angesagt: Der Egoismus wird versuchen, sich zu behaupten, und versuchen, immer wieder Boden zu gewinnen. Es zeigt sich durch Rückfälle in egoistische Verhaltensmuster. 
Der Egoist braucht Aufgaben, die ihn dazu bringen, dass er sozial agieren muss. Anerkennung und Belohnung können seinen Erfolg bestätigen. Die Frage „Wie ist das nun für alle das Beste?“ spricht seinen altruistischen Charakterzug an. Er kann es nur beantworten, wenn er auf seine altruistische Sicht schaut. 

Mehr und mehr wird die altruistische Sicht in ihm gewinnen. Er wird sich zunehmend wohl fühlen. Aber anfangs gerät er erst einmal in genügend Spannung, eben zwischen Ego und altruistisch. Der eine möchte nur für sich, der andere für die anderen und für sich beziehungsweise das Beste für die Gemeinschaft. 
Es wird ein Auf und Ab, mal Ego, mal Altruist, hin und her, bis der „Altru“ die Überhand hat. 
Wichtig ist es, das ganze Unterfangen mit viel praktischer Arbeit zu unterstützen, die eine altruistische Haltung verlangt. Auch ein Zuhören, wenn der Egoist seine frühere Haltung besprechen will, ist vonnöten. 

Hinweis: Je näher das Tun dem wirklich „Guten“ für sich und andere kommt, desto richtiger ist es. Auch der erfolgreiche Unhold kann in seiner Welt erfolgreich aussehen – was wir aber hier nicht meinen. 

Der Verlust der altruistischen Haltung und Handlung 

Der Egoist hat die Fähigkeit verloren, für alle das Beste zu wollen. Er hat ja auch nur den eigenen Gewinn und Vorteil im Auge. Dazu kommt: Je weniger er andere berücksichtigt, desto mehr werden andere für ihn ein Problem und er für andere. Je weniger die anderen ihre Vorteile oder ihren Nutzen bemerkt fühlen, desto mehr werden sie ihn zusätzlich isolieren. Das führt dann dazu, dass er sich nur Leuten anschließen wird, die ebenso egoistisch sind. Na ja, das gibt dann richtig Spannung untereinander. Diese Menschen sind gegenseitig ausspielbar von Dritten – und vieles mehr. 

Der Mensch, der nicht die Wahrnehmung für die Gemeinschaft hat, tendiert auch dazu, kriminell zu werden. Das vergrößert dann das gesellschaftliche Problem noch mehr. 

Der Verlust der altruistischen Haltung entsteht durch unaltruistische Handlungen. Aus verschiedenen Gründen geschieht dies. Im Grunde ist es eine Unausgerichtetheit in Bezug auf funktionierende Gesellschaft und ihre Werte. Egoistische Handlungen, während man noch altruistisch gesonnen ist, sind die Basis. Oftmals sind es schwierige Situationen im altruistischen Bereich, die nicht leicht zu lösen sind.Oder man ist abgelenkt und spielt mal kurz den Egoisten – und so weiter. In jedem Fall ist es das Nicht-Aufrechterhalten des Altruismus. 

Glück und Altruismus 

Das Glück ist dann am ehrlichsten, wenn man das tut, was der Natur des Menschen am nächsten kommt. Glück ist die Belohnung für denjenigen, der am Weg ist, etwas zu erreichen. Nicht das Erreichen ist das Glück, sondern der Weg, der gelingt, ist mit dem Gefühl Glück ausgestattet. 

Nichts vorhaben, das erzeugt kein Glück. Zu viele Vorhaben, wo man weiß, man kann es nicht schaffen, das erzeugt auch kein Glück. Aber um Vorhaben zu erreichen, ist die altruistische Haltung ein Muss. Als Egoist kommt es nicht zu diesem Glück. Man kommt aber als Egoist zu Ergebnissen, das schon. Aber diese Ergebnisse sind nicht immer zum Besten für alle, sondern als Erstes zu den Egoisten. Und damit, mit diesem Ergebnis, ist er immer allein. Glücklich ist er nicht. Wie ausgefallen die Siegespartys auch immer sein mögen, sie erfüllen nicht die wahre Natur des Menschen – und verlangen nach immer mehr. Und mehr und mehr. Es tritt keine Ruhe ein. Kein richtiges Glück, welches sich ausdehnt wie Wellen nach einem Steinwurf ins Wasser, die sich ausdehnen und andere berühren.